19. September – 26. Oktober 2026 | Do–So 16:00 – 19:00
T R A N S F O R M A T I O N I
RABALDERHAUS SCHWAZ
Museum Kunst in Schwaz | Galerie
Winterstellergasse 9, 6130 Schwaz
Was bleibt, wenn man beginnt zu suchen....
Am Anfang stand eigentlich noch keine Ausstellung.
Und auch kein Katalog, kein Werkverzeichnis und kein Film.
Am Anfang stand vielmehr die Frage, was von einem künstlerischen Werk bleibt – und wie man sich einem Werk nähert, das zwar Teil der eigenen Familiengeschichte ist, das man aber trotzdem nur in Ausschnitten kennt.
Ich kannte natürlich Bilder meines Großvaters.
Manche waren mir sehr vertraut. Andere kannte ich überhaupt nicht.
Und ich hatte auch keine Vorstellung davon, welchen Umfang dieses Werk tatsächlich haben würde.
So begann eine Arbeit, die zunächst vor allem eine Arbeit des Suchens, Sichtens und Ordnens war. Bilder wurden ausgehoben, fotografiert, vermessen, zugeordnet und digital erfasst. Archive wurden besucht, Dokumente gefunden, Ausstellungen re-konstruiert, Orte aufgesucht und Gespräche geführt.
© Ausstellungsansicht Transformation I (Franz Krautgasser), Foto: AK
Und mit jedem dieser Schritte hat sich das Bild verändert:
Aus den einzelnen Arbeiten wurde langsam ein Werk. Zusammenhänge wurden sichtbar, Entwicklungen, Wiederholungen und Brüche. Und immer deutlicher wurde für mich auch – wie experimentell Franz Krautgasser gearbeitet hat – wie selbstverständlich er zwischen Malerei, Grafik, unterschiedlichen Drucktechniken und Materialien gewechselt und immer wieder nach neuen Möglichkeiten gesucht hat.
Damit verbunden begann sich, für mich, auch seine Biografie zu klären:
Der junge Franz Krautgasser, der während des Krieges in München studierte. Die Zerstörung der Akademie und seiner Diplomarbeit 1944. Die Jahre danach in Wien, das Studium an der Akademie und der Abendakt bei Herbert Boeckl. Später seine Tätigkeit als Kunsterzieher in Innsbruck, die Parisreise, die Ausstellung im Kunstpavillon 1960 – und daneben immer wieder die eigene künstlerische Arbeit.
© Ausstellungsansicht Transformation I (Franz Krautgasser), Foto: AK
Viele dieser Dinge waren mir vorher nicht so präsent.
Und genau das war vielleicht eine der überraschendsten Erkenntnisse dieses Projekts: dass jemand, der einem biografisch so nahe ist, einem zum Teil auch unbekannt sein kann.
Je mehr ich recherchierte, desto weniger ging es für mich nur mehr darum, Fakten zusammenzutragen. Ich begann, Orte aufzusuchen, an denen mein Großvater gewesen war. Ich stand in Räumen, in denen er studiert hatte, suchte nach Dokumenten, sprach mit Menschen, die ihn noch als Lehrer oder Kollege gekannt hatten, und versuchte, aus all diesen Fragmenten etwas zu verstehen.
Dabei entstanden nach und nach die unterschiedlichen Teile dieses Projekts: das digitale Werkverzeichnis, die Publikation, diese Ausstellung und schließlich auch der Film.
Für mich sind das aber nicht vier voneinander getrennte Ergebnisse. Sie gehören alle zu meinem Ansinnen der Annäherung und Begegnung.
© Ausstellungsansicht Transformation I (Franz Krautgasser), Foto: AK
Das Werkverzeichnis versucht zu sammeln, zu datieren und zu ordnen.
Die Publikation versucht, das Werk kunsthistorisch einzuordnen und zugänglich zu machen.
Die Ausstellung bringt die Arbeiten wieder in einen physischen Raum und ermöglicht Begegnungen zwischen ihnen.
Und der Film erlaubt mir schließlich etwas anderes: Fragen offenzulassen, Orte, Erinnerungen und Leerstellen miteinander zu verbinden und auch meine eigene Position innerhalb dieser Geschichte sichtbar werden zu lassen.
Mit der Aufarbeitung seines Nachlasses bin ich meinem Großvater – dem Künstler und Pädagoge – ein großes Stück näher gekommen.
Nicht, weil ich jetzt alles über ihn weiß. Im Gegenteil. Manche Fragen sind durch die Recherche erst entstanden, und manche werden wahrscheinlich offenbleiben.
(AK)
© Ausstellungsansicht Transformation I (Franz Krautgasser), Foto: AK
© Ausstellungsansicht Transformation I (Franz Krautgasser), Videoinstallation by Annja Krautgasser, Foto: AK
Dank an:
MATTHIAS BOECKL, GÜNTHER DANKL, LENA GANAHL
Sammlungs- & Forschungszentrum Hall: RALF BORMANN, FLORIAN WALDVOGEL und JANA HESS
Kuveti: BETTINA SIEGELE
Leopoldinum Hall: MARKUS WALDER
Klocker Museum: LENA GANAHL
Österreichisches Forum für Vor- & Nachlässe bildender Kunst: SUSANNE NEUBURGER und VIVIAN HALLERMAIER
Rabalderhaus Schwaz
Reithmanngymnasium Innsbruck: WALTER NIGG
Stadtmuseum Hall: CHRISTINE WEIRATHER
Stadtamt Hall: ALEXANDER ZANESCO
Tiroler Landesmuseen: ROSANNA DEMATTE, ANDREAS RUDIGIER, ROLAND SILA
Universität für angewandte Kunst Wien: ALEXANDER DAMIANISCH, NIKOLAUS GANSTERER, MARIELLA GREIL, MARTIN REINHART, CHARLOTTE RUTH
und meiner Familie.
© 2026 Annja Krautgasser
Unterstützt durch:
T R A N S F O R M A T I O N I
RABALDERHAUS SCHWAZ
Museum Kunst in Schwaz | Galerie
Winterstellergasse 9, 6130 Schwaz
Was bleibt, wenn man beginnt zu suchen....
Am Anfang stand eigentlich noch keine Ausstellung.
Und auch kein Katalog, kein Werkverzeichnis und kein Film.
Am Anfang stand vielmehr die Frage, was von einem künstlerischen Werk bleibt – und wie man sich einem Werk nähert, das zwar Teil der eigenen Familiengeschichte ist, das man aber trotzdem nur in Ausschnitten kennt.
Ich kannte natürlich Bilder meines Großvaters.
Manche waren mir sehr vertraut. Andere kannte ich überhaupt nicht.
Und ich hatte auch keine Vorstellung davon, welchen Umfang dieses Werk tatsächlich haben würde.
So begann eine Arbeit, die zunächst vor allem eine Arbeit des Suchens, Sichtens und Ordnens war. Bilder wurden ausgehoben, fotografiert, vermessen, zugeordnet und digital erfasst. Archive wurden besucht, Dokumente gefunden, Ausstellungen re-konstruiert, Orte aufgesucht und Gespräche geführt.
© Ausstellungsansicht Transformation I (Franz Krautgasser), Foto: AK
Und mit jedem dieser Schritte hat sich das Bild verändert:
Aus den einzelnen Arbeiten wurde langsam ein Werk. Zusammenhänge wurden sichtbar, Entwicklungen, Wiederholungen und Brüche. Und immer deutlicher wurde für mich auch – wie experimentell Franz Krautgasser gearbeitet hat – wie selbstverständlich er zwischen Malerei, Grafik, unterschiedlichen Drucktechniken und Materialien gewechselt und immer wieder nach neuen Möglichkeiten gesucht hat.
Damit verbunden begann sich, für mich, auch seine Biografie zu klären:
Der junge Franz Krautgasser, der während des Krieges in München studierte. Die Zerstörung der Akademie und seiner Diplomarbeit 1944. Die Jahre danach in Wien, das Studium an der Akademie und der Abendakt bei Herbert Boeckl. Später seine Tätigkeit als Kunsterzieher in Innsbruck, die Parisreise, die Ausstellung im Kunstpavillon 1960 – und daneben immer wieder die eigene künstlerische Arbeit.
© Ausstellungsansicht Transformation I (Franz Krautgasser), Foto: AK Viele dieser Dinge waren mir vorher nicht so präsent.
Und genau das war vielleicht eine der überraschendsten Erkenntnisse dieses Projekts: dass jemand, der einem biografisch so nahe ist, einem zum Teil auch unbekannt sein kann.
Je mehr ich recherchierte, desto weniger ging es für mich nur mehr darum, Fakten zusammenzutragen. Ich begann, Orte aufzusuchen, an denen mein Großvater gewesen war. Ich stand in Räumen, in denen er studiert hatte, suchte nach Dokumenten, sprach mit Menschen, die ihn noch als Lehrer oder Kollege gekannt hatten, und versuchte, aus all diesen Fragmenten etwas zu verstehen.
Dabei entstanden nach und nach die unterschiedlichen Teile dieses Projekts: das digitale Werkverzeichnis, die Publikation, diese Ausstellung und schließlich auch der Film.
Für mich sind das aber nicht vier voneinander getrennte Ergebnisse. Sie gehören alle zu meinem Ansinnen der Annäherung und Begegnung.
© Ausstellungsansicht Transformation I (Franz Krautgasser), Foto: AK
Das Werkverzeichnis versucht zu sammeln, zu datieren und zu ordnen.
Die Publikation versucht, das Werk kunsthistorisch einzuordnen und zugänglich zu machen.
Die Ausstellung bringt die Arbeiten wieder in einen physischen Raum und ermöglicht Begegnungen zwischen ihnen.
Und der Film erlaubt mir schließlich etwas anderes: Fragen offenzulassen, Orte, Erinnerungen und Leerstellen miteinander zu verbinden und auch meine eigene Position innerhalb dieser Geschichte sichtbar werden zu lassen.
Mit der Aufarbeitung seines Nachlasses bin ich meinem Großvater – dem Künstler und Pädagoge – ein großes Stück näher gekommen.
Nicht, weil ich jetzt alles über ihn weiß. Im Gegenteil. Manche Fragen sind durch die Recherche erst entstanden, und manche werden wahrscheinlich offenbleiben.
(AK)
© Ausstellungsansicht Transformation I (Franz Krautgasser), Foto: AK
© Ausstellungsansicht Transformation I (Franz Krautgasser), Videoinstallation by Annja Krautgasser, Foto: AK Dank an:
MATTHIAS BOECKL, GÜNTHER DANKL, LENA GANAHL
Sammlungs- & Forschungszentrum Hall: RALF BORMANN, FLORIAN WALDVOGEL und JANA HESS
Kuveti: BETTINA SIEGELE
Leopoldinum Hall: MARKUS WALDER
Klocker Museum: LENA GANAHL
Österreichisches Forum für Vor- & Nachlässe bildender Kunst: SUSANNE NEUBURGER und VIVIAN HALLERMAIER
Rabalderhaus Schwaz
Reithmanngymnasium Innsbruck: WALTER NIGG
Stadtmuseum Hall: CHRISTINE WEIRATHER
Stadtamt Hall: ALEXANDER ZANESCO
Tiroler Landesmuseen: ROSANNA DEMATTE, ANDREAS RUDIGIER, ROLAND SILA
Universität für angewandte Kunst Wien: ALEXANDER DAMIANISCH, NIKOLAUS GANSTERER, MARIELLA GREIL, MARTIN REINHART, CHARLOTTE RUTH
und meiner Familie.
© 2026 Annja Krautgasser
Unterstützt durch: